Geschichte

Es war einmal in Ouagadougou - Hauptstadt des "Landes der rechtschaffenen Menschen" - in einem Vorort ohne Strom und Wasseranschluss eine kleine Primarschule von Armen, gegründet mit äußerst wenig Mitteln durch einen jungen Lehrer Namens Bruno Bambara, dessen Ziele und Dynamik umgekehrt proportional zu seinen Finanzen waren.

Angefangen mit einer Klasse, besteht die Primarschule Guinkouma in Tabtenga heute aus den sechs Primarstufen mit über 600 Schülern.

Mangel an Geld und Land machten es unmöglich, dieser Schule eine Sekundarschule anzuschliessen, die den Schulkindern eine komplette Grundausbildung ermöglicht hätte - also eine bessere Zukunft in einem Land, wo die Schulen enorm selten sind. Diese Tatsache betrübte Bruno Bambara, der mit allen Mitteln versuchte, andere Menschen auf sein nobles Projekt aufmerksam zu machen.

Sein Durchhaltewille und die Suche nach Opportunitäten brachte ihn 1999 ans Internationale Kinderforum, welches anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention in Genf stattfand. Dort lernte er einen jungen Schweizer kennen, Nicolas Crettenand. Auf dem Rückflug von diesem Forum, zu welchem er mit einem seiner Schüler eingeladen worden war, machte er die Bekanntschaft mit einer weiteren Schweizerin, Nelly Fries, welche nach Burkina Faso reiste, um eine Bibliothek einzurichten.

Mit der Unterstützung seiner Schweizer Freunde wurde im Jahr 2000 ein Stück Land von 61'000 m2 in Saaba erworben und im Frühling 2001 ein Tiefbrunnen gebohrt. Dank diesem Brunnen dursten die Schulkinder während der Schulzeit nicht mehr und die umliegende Bevölkerung hat endlich einen Zugang zum Trinkwasser in der Nähe.

Zur Weiterführung der Primarschule wurde die Sekundarschule (aktuell 15 Klassen) auf dem grossen Stück Land in Saaba klimagerecht erstellt. Zurzeit umfasst sie ein Unterrichtslaboratorium, eine Kantine und eine Krankenabteilung. Die neuste Konstruktion ist ein dreistöckiges Bibliothekgebäude. Das starke Wachstum des Quartiers von Saaba gab Anlass zum Bau einer Primarschule (aktuell 6 Klassen), sowie eines Kindergartens, welche ursprünglich nicht vorgesehen waren. Die untenstehenden Satellistenaufnahmen zeigen das Wachstum zwischen 2003 und 2013 auf.

Saaba

Die Bibliothek erlaubt es den Lehrern und Schülern ihre Kenntnisse zu ergänzen und zu erweitern. Die meisten Schüler können sich die Bücher und Unterrichtsunterlagen nicht leisten und haben somit die Möglichkeit, diese Dokumente auszuleihen. Diese Dienstleistung muss noch weiter entwickelt werden - die Bücher sind in Burkina Faso ebenso teuer wie bei uns.

Aufgrund einer Choleraepidemie wurde Ende 2006 eine Krankenabteilung in Betrieb genommen. Sie dient den Schülern, den Mitarbeitern und der Bevölkerung der Umgebung. Mittlerweilen sind dort schon 2 babies geboren worden.

Im Jahre 2007 wurde das Projekt Guinkouma mit weiteren Primar- und Kindergartenklassen an einem dritten Standort in Wayalguin erweitert.

Jugendlager und Lager für Erwachsene haben es ermöglicht, das Projekt im Schwung zu halten. Die Teilnehmer haben einen Teil der Mittel zusammengebracht, die es für die Erstellung der Bauten brauchte. Zur Zeit besuchen etwa 2'000 Schüler den Unterricht der Primar- oder Sekundarschulen von Guinkouma (Stufe I und II nach dem fanzösischen Schulsystem). Es ist heute sogar möglich eine Maturaprüfung in Guinkouma abzulegen.

Die Betreuung des Projektes aus der Schweiz ist durch den Verein Guinkouma gewährleistet. Der Verein unterstützt die Schule in der strategischen Planung und finanziert mehrheitlich die Infrastrukturen und Gebäude, ohne dabei in die operationelle Führung der Schule einzugreifen. Die Geldtransfers werden via "Nouvelle Planète", eine Schweizer Nichtregierungsorganisation mit einer Aussenstelle in Ouagadougou, ausgeführt. Unser Architekt, Lassané Ouedraogo, ist ebenfalls einheimisch. Er legt uns die Pläne und Kostenvoranschläge für die verschiedenen Projekte vor. Nach deren Genehmigung leitet er anschliessend alle Arbeiten vor Ort. Etwa einmal pro Jahr begeben sich Vorstandsmitglieder aus der Schweiz vor Ort.

Die Entwicklung eines Landes beruht zweifelsohne auf Bildung, und genau daran arbeiten wir.